
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
Inflation im Euroraum zum Jahresende weiter angestiegen
Die Inflation im Euroraum ist zum Jahresende weiter angestiegen. Wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte, lag die Preissteigerung im Dezember vergangenen Jahres bei 2,4 Prozent im Jahresvergleich - nach 2,2 Prozent im November und 2,0 Prozent im Oktober. Die Inflation liegt damit weiter über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent.
Nach einem Tiefstand im September von 1,7 Prozent war die Inflation in den 20 Euro-Ländern in den vergangenen drei Monaten wieder angestiegen. Für Dezember verzeichneten die Statistiker insbesondere bei den Energiepreisen wieder einen leichten Anstieg von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zuvor waren die Energiepreise im Jahresvergleich gesunken, was allerdings an den hohen Energiepreisen des Vorjahres liegt.
Die Preise für Dienstleistungen stiegen im Dezember weiter stark, um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak lag die Inflation unverändert bei 2,7 Prozent.
Am stärksten war die Preissteigerung nach Angaben der Statistiker in Kroatien (4,5 Prozent), Belgien (4,4 Prozent) und Estland (4,1 Prozent). Die niedrigsten Inflationsraten verzeichneten Irland (1,0 Prozent), Italien (1,4 Prozent) und Luxemburg (1,6 Prozent).
Für Deutschland gab Eurostat die Inflation mit 2,8 Prozent an. Das EU-Statistikamt verwendet zur internationalen Vergleichbarkeit eine andere Berechnungsmethode als das Statistische Bundesamt in Wiesbaden, das die Inflation für Dezember mit 2,6 Prozent angegeben hatte.
Trotz der wieder anziehenden Inflation hatte die EZB ihre Leitzinssätze Mitte Dezember erneut gesenkt, um die schwächelnde Konjunktur anzukurbeln. Es war die vierte Zinssenkung der Euro-Notenbanker in diesem Jahr und die dritte in Folge. Der zentrale Leitzins, der Einlagezins, zu dem Geschäftsbanken Geld bei der EZB anlegen, liegt damit nun bei 3,0 Prozent.
Im Jahresschnitt lag die Inflation anhand der vorläufigen Daten bei 2,3 Prozent und damit deutlich niedriger als in den Vorjahren. 2023 hatte der Jahresschnitt bei 5,1 Prozent gelegen, im Jahr zuvor bei 8,2 Prozent.
"Wir haben im Jahr 2024 erhebliche Fortschritte bei der Senkung der Inflation gemacht", sagte EZB-Chefin Christine Lagarde zum Jahresbeginn in einem Online-Video. Ziel sei es, dass sich die Inflation im Euroraum in diesem Jahr bei der Zielmarke von 2,0 Prozent stabilisiere.
Experten rechnen für 2025 angesichts der wirtschaftlichen Schwäche im Euroraum dennoch mit weiteren Zinssenkungen seitens der Zentralbank. Sie können dazu beitragen, die Nachfrage zu steigern und so die Wirtschaft anzukurbeln. Das wiederum kann zu einem Anstieg der Verbraucherpreise führen.
P.Gonzales--CPN